Im Jahr 2010 waren vier ehrenamtliche Beraterinnen unter der Leitung einer hauptamtlichen Sozialpädagogin für die Besetzung des Notruftelefons und für die Beratung von Frauen tätig.
Wir hatten insgesamt 835 Kontakte am Telefon und in der Beratungsstelle. Das bedeutet im Vergleich zum Vorjahr einen weiteren Anstieg um 21%.
Neben Ehe- und Partnerschaftsproblemen nahmen Beratungen bezüglich sexuellen Missbrauchs den größten Raum ein. Die Beratungen wurden zum Teil flankiert durch Begleitungen zu Ämtern, RechtsanwältInnen und/oder Gerichtsterminen. Vermehrt wurden Informationen bezüglich TherapeutInnen, RechtsanwältInnen und Frauenhäusern gesucht.
Die Nachfrage von pädagogischen Einrichtungen nach interkollegialer Beratung nimmt von Jahr zu Jahr zu.
Die polizeilichen Kriminalstatistiken zeigen, wie viele neue Fälle sexueller Gewalt es innerhalb eines Zeitraumes (meist eines Jahres) in einer bestimmten Population gibt.
Die Aussagekraft der Zahlen wird jedoch dadurch eingeschränkt, dass diese nur Fälle sexueller Gewalt aufzeigen, die vorher angezeigt wurden. Da das Anzeigeverhalten bezüglich dieser Straftaten durch soziale und gesellschaftliche Umstände beeinflusst wird, muss hier zusätzlich das so genannte Dunkelfeld der nicht in der Kriminalstatistik erfassten Fälle berücksichtigt werden.

Die Forschungsergebnisse einer Studie von P. Wetzels (1999) zeigen, dass jedes 5. Mädchen und jeder 13. Junge bis zum Alter von 16 Jahren in Deutschland sexuellen Missbrauch erlebt.
Häufig beginnen die Übergriffe im Vor- und Grundschulalter, nicht selten sind auch jüngere Mädchen und Jungen und sogar Säuglinge betroffen. Bei über zehn Prozent der Kinder beginnt die sexualisierte Gewalt vor dem 6. Lebensjahr und bei fast 30% im Alter von 7-10 Jahren.