Die polizeilichen Kriminalstatistiken zeigen, wie viele neue Fälle sexueller Gewalt es innerhalb eines Zeitraumes (meist eines Jahres) in einer bestimmten Population gibt.
Die Aussagekraft der Zahlen wird jedoch dadurch eingeschränkt, dass diese nur Fälle sexueller Gewalt aufzeigen, die vorher angezeigt wurden. Da das Anzeigeverhalten bezüglich dieser Straftaten durch soziale und gesellschaftliche Umstände beeinflusst wird, muss hier zusätzlich das so genannte Dunkelfeld der nicht in der Kriminalstatistik erfassten Fälle berücksichtigt werden.

Die Forschungsergebnisse einer Studie von P. Wetzels (1999) zeigen, dass jedes 5. Mädchen und jeder 13. Junge bis zum Alter von 16 Jahren in Deutschland sexuellen Missbrauch erlebt.
Häufig beginnen die Übergriffe im Vor- und Grundschulalter, nicht selten sind auch jüngere Mädchen und Jungen und sogar Säuglinge betroffen. Bei über zehn Prozent der Kinder beginnt die sexualisierte Gewalt vor dem 6. Lebensjahr und bei fast 30% im Alter von 7-10 Jahren.